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      <p>Der erste Teil der Bibel war bereits in Gebrauch, bevor das Neue Testament entstand. Er wurde in Hebräisch verfasst, der Sprache, die die Juden in den Jahrhunderten ihrer politischen Selbständigkeit unter König David (ca. 1000 v. Chr.) bis zur Eroberung Jerusalems durch die Babylonier (587/86 v. Chr.) sprachen. Später sprachen sie Aramäisch, eine mit dem Hebräischen verwandte Sprache. Auch Jesus sprach aramäisch. Schriftsprache war aber griechisch. So wurde das Neue Testament auf Griechisch verfasst.</p>
      
    </div><div id="page2">
      <p>Immer wenn im Neuen Testament von der „Schrift“ gesprochen wird, oder wenn es heißt “wie geschrieben steht“, ist der damals verbreitete Teil der Bibel gemeint, das bekannte "Alte" Testament. Als sich dann in der Nachfolge Jesu aus Juden und Nichtjuden christliche Gemeinden bildeten, wurden die Berichte über Jesus in eigenen Schriften ausgearbeitet, den „Evangelien“. Außerdem kamen Briefe der Apostel und andere Schriften hinzu. Diese Sammlung von christlichen Schriften wurde als zweiter Teil, als „Neues Testament“ mit der jüdischen Bibel verbunden, die nun das „Alte Testament“ genannt wurde. Als zu Beginn meines Theologiestudiums Hebräisch in mein Blickfeld trat und ich Gerhard von Rad, einem großartigen Lehrer des Alten Testaments, begegnete, stand das Alte Testament bald im Mittelpunkt meines Interesses.</p>
    </div><div id="page3">
      <p>Die ursprüngliche Fassung der Bibel in der hebräischen Sprache blieb weiterhin die Heilige Schrift der jüdischen Gemeinde überall in der Welt. Sie bedarf für die Juden keiner zusätzlichen Interpretation durch ein „Neues“ Testament. Die aus der jüdischen Gemeinde hervorgegangene christliche Gemeinde stellt aber neue Fragen, und sie sucht und findet zu vielen dieser Fragen Antworten oder Hinweise in der jüdischen Bibel, dem „Alten“ Testament. </p><p>Deshalb muss jede der beiden Glaubensgemeinschaften das uneingeschränkte Recht der anderen anerkennen und gelten lassen, die Bibel im Rahmen ihrer eigenen Tradition zu lesen und auszulegen. Für uns Christen bedeutet das, dass wir als die „jüngeren“ Bibelleser nicht unsere eigene Auslegung als die „richtige“ oder gar als die allein „wahre“ der älteren, durch die Jahrhunderte gewachsenen jüdischen Auslegung entgegenstellen können. Andererseits kann die jüdische Auslegung der Bibel für uns Christen eine reiche Quelle von Erkenntnissen und Glaubenswahrheiten sein, wenn wir uns ihr öffnen. </p>
    </div><div id="domainLinks">
      <h2>Links</h2>
      <ul id="links">
        <li>
          <a href="http://www.theology.de/schriften/tanachhebraeischebibel/index.php" target="_blank">Theology.de bietet Links zum "Alten" Testament</a>
        </li>
        <li>
          <a href="http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/referenz/11768///cache/51698fdeaf/" target="_blank">Kanonisierung des "Alten" Testaments</a>
        </li>
      </ul>
    </div>
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<e:Autor rdf:about="http://www.e-wie-evangelisch.de/0.1#RolfRendtorff">
   <e:autorTitel>Prof. Dr.</e:autorTitel>
   <e:autorBeschreibung>Rolf Rendtorff, geboren 1925, war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 Professor für alttestamentliche Theologie an der Universität Heidelberg. Seit seinem ersten Besuch in Israel im Jahr 1963 wurde die Beschäftigung mit dem Judentum und mit den christlich-jüdischen Beziehungen zum beherrschenden Thema seiner theologischen und politischen Arbeit. Er war 1966 Mitbegründer der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und von 1977 bis 1986 Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten. Unter anderem war er auch Gastprofessor an der Hebräischen Universität Jerusalem.</e:autorBeschreibung>
   <e:autorVorname>Rolf</e:autorVorname>
   <e:autorNachname>Rendtorff</e:autorNachname>
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